Opatz Consulting

1-2-4-All

1-2-4-All ist eine Liberating-Structures-Methode, bei der Einzelne, Paare, Vierergruppen und schließlich alle gemeinsam Ideen entwickeln. Die Methode eignet sich, um in kurzer Zeit viele Perspektiven sichtbar zu machen, ohne dass einzelne Stimmen dominieren.

Teilnehmer: ab 4 Personen

Dauer: 15-30 Minuten

Phase der Softwareentwicklung: Planung, Analyse, Design

Tags: Liberating Structures, Brainstorming

Materialien

  • Notizzettel oder Karten — Kleine Zettel oder Karten, auf denen jede Person während der stillen Reflexion eigene Stichworte oder kurze Sätze notiert, bevor diese im weiteren Ablauf geteilt werden.

  • Stifte — Für jede Person ein eigener Stift, damit Notizen unabhängig und zeitgleich entstehen können, ohne dass auf gemeinsames Material gewartet werden muss.

  • Sammelfläche — Eine Pinnwand, ein Flipchart oder eine vergleichbare Fläche, auf der die im Plenum vorgestellten Ideen für alle sichtbar gebündelt werden.

  • Zeitanzeige — Eine gut sichtbare Uhr oder ein Timer, mit dem die einzelnen Zeitboxen der Runden für alle Beteiligten nachvollziehbar begrenzt werden.

Anleitung

  1. Rahmen und Frage klären Vorbereitung

    Eine klar fokussierte Leitfrage wird passend zum jeweiligen Kontext formuliert, etwa zu Produktvision, Anforderungen, Risiken oder Zusammenarbeit im Team. Ablauf und Zeitboxen der Methode werden kurz erläutert, sodass allen Beteiligten das Vorgehen vertraut ist. Raum, benötigtes Material und eine gut sichtbare Sammelfläche für die späteren Ideen werden im Vorfeld bereitgestellt.

  2. Stille Einzelreflexion

    Die Leitfrage wird zunächst in Stille von jeder Person für sich reflektiert. Innerhalb einer kurzen, klar begrenzten Zeitspanne werden Stichworte oder kurze Sätze als Notizen festgehalten. Im Mittelpunkt stehen spontane, ehrliche Gedanken statt ausformulierter Lösungen. Auf diese Weise werden auch zurückhaltende Stimmen sichtbar, und erste Beobachtungen, Bedenken oder Ideen finden eine geordnete Form.

  3. Austausch im Paar

    In Zweierpaaren werden die jeweiligen Notizen miteinander geteilt. Beide Seiten hören aktiv zu und stellen Verständnisfragen, bevor eigene Gedanken ergänzt werden. Der Austausch dient dazu, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und erste Muster zwischen den Perspektiven zu erkennen. Im Anschluss werden zwei bis drei zentrale Punkte gebündelt, die für die weitere Bearbeitung als besonders relevant erscheinen.

  4. Vierergruppen vertiefen

    Je zwei Paare werden zu Vierergruppen zusammengeführt und bringen ihre gebündelten Punkte ein. Gemeinsam werden Übereinstimmungen herausgearbeitet, Unterschiede diskutiert und Formulierungen geschärft, bis eine gemeinsame Sprache für die Ideen entsteht. Am Ende der Runde werden maximal drei Kernideen ausgewählt, die anschließend in die nächste, größere Runde eingebracht werden.

  5. Plenum

    Die wichtigsten Ideen der Vierergruppen werden nacheinander im Plenum vorgestellt. Die Ergebnisse werden für alle sichtbar festgehalten, und ähnliche Beiträge werden bei Bedarf zusammengeführt. Optional kann eine Voting-Methode ergänzt werden, um Prioritäten zwischen den gesammelten Ideen sichtbar zu machen und daraus Ansätze für weitere Analysen, Experimente oder Entscheidungen abzuleiten.

  6. Überführung in nächste Schritte Nachbereitung

    Die gesammelten Ideen werden konkret mit dem laufenden Vorhaben verknüpft, etwa mit Backlog, Roadmap, Architekturentscheidungen, etc. Daraus werden nächste Schritte, Verantwortlichkeiten und Zeithorizonte abgeleitet. Zusätzlich wird festgehalten, wie die Ergebnisse dokumentiert und zu einem späteren Zeitpunkt erneut überprüft oder weiterverfolgt werden.