Crazy 8
Crazy 8 ist eine schnelle Methode für Einzelpersonen oder Gruppen, um in kurzer Zeit viele verschiedene Lösungsansätze sichtbar zu machen. Der enge Zeitrahmen hält den Lösungsraum offen und verhindert frühes Festlegen auf eine einzelne Richtung.
Teilnehmer: ab 1 Person
Dauer: 15-45 Minuten
Phase der Softwareentwicklung: Analyse, Design
Tags: Brainstorming, Ideenfindung, Design Thinking, Prototyping
Anleitung
Fokus setzen
Die Fragestellung wird klar formuliert und auf einen konkreten Fokus eingegrenzt. Jede Person erhält ein Blatt Papier oder ein digitales Raster mit acht gleich großen Feldern. Stifte oder ein Whiteboard-Tool sowie ein Timer werden bereitgestellt. Bei Gruppenarbeit werden Zweck und Arbeitsregeln (etwa stilles Arbeiten und keine gegenseitige Kommentare während der Ideenphase) kurz besprochen.
Ideen erzeugen
Der Timer wird auf acht Minuten gestellt. Pro Feld entsteht eine Idee: skizziert, notiert oder knapp beschrieben. Bei Einzelarbeit wird jedes Feld der Reihe nach befüllt. In Gruppen arbeitet jede Person still für sich. Unfertige oder ungewöhnliche Ansätze sind ausdrücklich erwünscht.
Ideen miteinander verknüpfen
Nach der Ideenphase werden die Ergebnisse nebeneinander gelegt oder auf einem gemeinsamen Board sichtbar gemacht. Bei Einzelarbeit geschieht das still: Zusammenhänge, Ähnlichkeiten oder Kombinationsmöglichkeiten zwischen den acht Feldern werden markiert. In Gruppen stellt jede Person ihre Ideen kurz vor, und gemeinsame Themen oder Überschneidungen werden festgehalten. Ohne Diskussion, nur zur Orientierung.
Bewerten
Jede Person betrachtet die Ideen nach vordefinierten Kriterien wie Machbarkeit, Nutzen oder Originalität und markiert still jene, die aus ihrer Sicht weiterverfolgt werden sollen. Bei Einzelarbeit entsteht so eine persönliche Rangfolge. In Gruppen wird das Stimmungsbild sichtbar, ohne dass jemand seine Wahl begründen muss.
Ergebnisse sichern
Die Ideen, Verknüpfungen und Bewertungen werden dokumentiert – durch Foto, Scan oder digitale Sicherung. Bei Gruppenarbeit werden die am häufigsten markierten Ansätze festgehalten und als Ausgangspunkt für den nächsten Schritt definiert. Bei Einzelarbeit dient die Dokumentation als persönliche Entscheidungsgrundlage. Alle Ideen bleiben erhalten, auch jene, die vorerst nicht weiterverfolgt werden.